18.05.2011 Chinchiller & Tim Tonic - Die zwanzig Minuten EP




Chinchiller & Tim Tonic “Die zwanzig Minuten EP”
Label: Crossflow Entertainment
http://www.dernager.de

Chinchiller ist Mitglied des Schorndorfer Künstlerverbundes “Crossflow Entertainment”. Wer ihn und seine Jungs über einschlägige soziale Netzwerke beobachtet, weiß, dass das ein Typ ist, der nicht bloß zwei Tracks im Jahr auf Soundcloud hochlädt und sich dann Rapper nennt. Dieser Typ ist fleißig. Und hier ist der nächste Beweis für seine hervorragende Arbeitseinstellung. Zusammen mit dem Beatbastler Tim Tonic releast er dieser Tage den kostenlosen Extended Player „Die zwanzig Minuten EP“.

Und das, was der Interessierte mit Internetanschluss bekommt, ist HipHop-Sound im klassischsten Sinne. Boombap. Gescratchte Hooks. Rap über Rap. Fünf Songs plus Intro, Outro und Skit. “Jeden Tag” kann man als „ist-doch-nicht-so-schlimm“-Aussage über den sich immer wiederholenden Alltag verstehen. „Spring hoch“ ist der Eisbrecher für das Jam-Publikum im Jugendhaus. Und „Ich chille“ das, was der Titel verspricht. Alles letztlich keine Neuerfindung des Rades, doch dafür wirklich sehr ansprechend umgesetzt.

„Ich glaub, ich fahr gleich mal die Pfandflaschen wegbringen, denn ich will für diesen Abfall noch Geld kriegen“, heißt es auf dem schon oben erwähnten „Ich chille“. Chinchiller präsentiert sich geerdet und erzählt von den kleinen Dingen, die so ein Tag als Mittzwanziger verspricht. Dazwischen gibt es immer wieder Treuebekundungen an HipHop und Lobgesänge auf das eigene Durchhaltevermögen.

„Die zwanzig Minuten EP“ ist kein mutiges Stück Musik. Es gibt weder Ausreißer in der Themenauswahl, noch besonders aufregende Statements. Trotzdem, oder gerade deshalb: Die Beatauswahl ist relativ bummtschack-klassisch. Das Gesamtkonzept eine runde Sache. Und Chinchiller präsentiert sich mit ordentlicher HipHop-Delivery. Eigentlich ein Fest für Heads.

Chinchiller kann mit der Idee HipHop richtig viel anfangen. Das zeigt sich auch auf dieser Veröffentlichung. Ob er damit jedoch mehr erreichen wird als ein paar Klicks von seinen Facebook-Freunden und den mzee.com-Usern, wird sich zeigen. Ich drücke jedenfalls die Daumen.

 

Review: Stefan Pan

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