06.08.2011 form & Dr. Eck - format C:


form & Dr. Eck „format C:“
Label: Duzz Down San
www.duzzdownsan.com

form stammt ursprünglich aus Cottenweiler bei Backnang bei Stuttgart bei Deutschland, was in der Nähe von Paris liegt. Und obwohl der französische Schwabe schon seit über zehn Jahren an Beat und Mic aktiv ist, hat er noch eine recht überschaubare Anhängerschaft hinter sich.

Hört man oberflächlich zu, möchte man meinen, dass das, was form über die Jahre so getrieben hat, unfassbar kompliziert und um die Ecke gedacht ist. Doch gibt man ihm eine wirklich Chance, stellt man sehr schnell fest, dass der mittlerweile in Mainz lebende Freigeist keine pseudoschlaue Mucke für Politikwissenschaftsstudenten schreibt, sondern zum Großteil tatsächlich Rap über Rap macht. Ganz simpel. So wie es auch ein Samy Deluxe oder Kool Savas tun würde.

Über die Musikgenießer von Duzz Down San veröffentlicht form (der unter dem Pseudonym prim noch weitere Projekte herausbringt) nun das  nächste Kapitel seines kreativen Daseins: „format C:“. Eine überschaubare Remixsammlung von forms bis dato größten Hits. Und das Ganze wurde nicht vom Rapper persönlich durch den Wolf gedreht, sondern von L.S.S.-Records-Beatbastler Dr. Eck umgesetzt. Dadurch bekommt forms Kunst ein frisches Gesicht, das man so vielleicht nie oder nur sehr selten zu Sehen bzw. zu Hören bekommen hätte.

Insgesamt neun Songs wurde ein neues musikalisches Gewand spendiert. Darunter befinden sich Stücke, die man vielleicht schon mal irgendwo gehört hat („Der größte Hit der Achtziger“) und Werke, die es noch nicht unbedingt ins Bewusstsein der interessierten Hörer geschafft haben („Metzgerei in der Hood“ oder „Roboterschweiß“).

Die kostenlose Downloadplatte startet gleich mit ihrem besten Argument. Was nämlich im Original schon sehr gut funktioniert hat, klingt auf dem Remix von „Das Geben eines Ficks in Zeiten der Keinfickgebung“ so, wie die neue Cypress-Hill-Single hätte klingen sollen.
Wo die ursprüngliche Version von „Fremdscham im eigenen Land“ noch haarscharf am Klamauk vorbeischrammte, ist jetzt ein minimalistisches Brett im klassischen Boombap-Gewand platziert worden. Und so geht es weiter. Dr. Eck hat sich die form-Songs ganz genau angehört und erkannt, wie man den selbsternannten „Kulissengangster für Touris“ zum Scheinen bringen kann. Ohne den bisherigen form-Sound runtermachen zu wollen, aber so frisch wie hier, klang der bekennende Gutmensch noch nie. Einzig die Stimmverzerrer in „Ich sag’s nur ein Mal Pt. 2“ und „Ich=Sonett“ fallen, wenn man es wirklich gut meint, in die Kategorie „Geschmackssache“.

 „format C:“ funktioniert wie eine kleine Best-Of-Werkschau. Ein Bonbon für alle, die forms Karrierchen bisher mit verfolgt haben und perfekt für diejenigen, die noch nichts mit dem Mann zu tun hatten. So langsam kommt der siebenundzwanzig Meter große Rapper dort an, wo er hingehört…
 

Review: Stefan Pan

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