21.09.2011 Crash Bundy - Ausser Rand und Bundy


Crash Bundy „Ausser Rand und Bundy“
Label: Schmetterling
http://www.myspace.com/crashbundy
http://www.crash-testdummy.tk

Der Heilbronner Crash Bundy kommt mit einem dämlichen Albumtitel um die Ecke und macht trotzdem alles richtig. Mucke, die man hört, wenn die letzte Prüfung geschrieben wurde. Antiheldenmusik.

Allein durch den Genuss von „Ausser Rand und Bundy“ hat man relativ schnell ein klares Bild von Crash Bundy im Kopf: Trinkt gerne mit seinen Kumpels viel Alkohol, hat als Kind jede Menge Cartoons geschaut, führte zwei, drei gesunde Beziehungen und verwendet das Wort „schwul“ als Synonym für „scheiße“ (alles Vermutungen!!!). Ein ganz normaler Junge eben. Und das zeigt sich auch auf diesem Tonträger.

Wo andere jugendliche Rapper von irgendwelchen herbei gedichteten Krisen erzählen, schreibt sich Crash Bundy mit „Tauch wieder auf“ einfach mal seine persönliche Durchhalte-Hymne ohne dabei in allzu großen Kitsch zu verfallen. Und das Saufgelage im Park nicht edel ausfallen können, weiß Bundy ebenfalls. Auf dem programmatischen „Trink im Park“ probiert er es zum Glück auch gar nicht erst. Der Heilbronner scheint zu wissen, wo er gerade steht. Und das packt er gekonnt in seine Tracks. Da sitzt nicht jede Line, aber dafür jede zweite. Und das ist mehr, als man heutzutage gewohnt ist.

Was Crash Bundy da zum Teil von sich gibt, geht im positiven Sinne halt einfach nicht klar. Songtitel wie „Klitoris Crash“, „3000 Bitches“ oder „Bums den Frosch“ sollten einen erst mal abschrecken. Wohlgemerkt sollten. Denn Crash Bundy möchte nicht plump schocken, sondern schlichtweg einen Scheiß geben. Und das macht er erfrischend gut. Man käme niemals auf die Idee mit Crash einen trinken zu gehen. Dafür kommt er viel zu dümmlich rüber. Doch dass er es schafft, dieses Gefühl in Form seiner Raps hervorzurufen, bedeutet ja, dass er alles richtig gemacht hat.

Crash Bundy will nicht zu Viva, Crash Bundy will in den Arsch deiner Schwester. Die mit popkulturellen Zitaten gespickte Musik strotzt vor Ideen, die von Krawall bis Nachdenklich alles beinhalten. Und wenn er auf dieser sehr live-tauglichen Scheibe eine Miami-Bass-Hommage wie „Le Buteur de la Fisteur“ unterbringen möchte, dann darf das Crash Bundy auch. Und vor allem kann er das auch.

In der zur Musik gewordenen Dampfwalze „Rocky“ sagt Crash Bundy  „Geht es um Rap, beherrsch ich alle Kampfsportarten“. Stimmt. Der perfekte Soundtrack zum Vorglühen.

 

Review: Stefan Pan

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