27.10.2011 Maediz - Maedizin für dein Ohr


Maediz „Maedizin fĂĽr dein Ohr"
Label: Eigenvertrieb
http://www.maediz-musik.de

„Für mich ist Rap nicht nur Sprechgesang/er ist mein Aufputschmittel/mein Freund in dem letzten Kampf“, heißt es im Titelstück „M.A.E.D.I.Z.“ auf Maediz‘ Free-Download-EP „Maedizin für dein Ohr“. Laut eigener Aussage hat er zwei Jahre gebraucht, um diese Platte zu vollenden. Bei gerade mal 25 Minuten, verteilt auf sechs Tracks, Intro und Outro, sind die Erwartungen dementsprechend hoch.

Und gleich vorweg: Maediz macht im Grunde alles richtig und dank Mutlosigkeit nichts falsch. Hater könnten ihm deshalb ohne weiteres 0815-Tum vorwerfen. Er hat eine mehr oder weniger charismatische Stimme, sein Flow ist unspektakulär, aber on point und die schreiberischen Qualitäten sind fein, doch durchschnittlich. Auch inhaltlich frühstückt er vom Hodenschaukeln bis zu seinem Innenleben alles ab, was auf rappers.in-Artistpages Gang und Gebe ist. Das oben erwähnte „M.A.E.D.I.Z.“ ist sein zum Rap-Song gewordenes Motivationsschreiben, „King Of Queens“ eine kurze Fanboy-Hymne für alle Heffernan-Ultras und „(M)eine Erinnerung“ das, was der Titel schon irgendwie aussagt. Haut alles nicht vom Hocker, tut aber auch nicht weh. Und das ist absolut positiv gemeint.

Leider fallen die zwei, drei ziemlich dünnen Gesangskehrverse und die unnötige Zweckreimhook in „Antischubladenrap“ negativ ins Gewicht. Aspekte, die nicht hätten sein müssen. Denn was Maediz, der den Großteil der Beats selbst produziert hat, rein musikalisch auf die Beine gestellt hat, ist zwar kein großes Kino, aber mindestens tolles Kinomobil. Pompös ausproduzierte Instrumentale reihen sich aneinander und man hört die Handschrift des HipHoppers förmlich heraus. Heutzutage keine Selbstverständlichkeit.

„Maedizin für dein Ohr“ ist trotz des naheliegenden und etwas billigen Wortspiels im Titel eine kleine runde Angelegenheit geworden, die zwar nicht Tsunami-Niveau erreicht, dafür aber für ordentlich Spaß wie im Wellenbad sorgen kann. Ein Download sollte schon drin sein.

 

Review: Stefan Pan

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