20.02.2012 Black'n'Proud - Rennen Remix


Label: Pop Biz Enemy
http://www.meatthebeat.de/wp/?download=black_n_proud_rennen_remix

BNP sind mal wieder sowas von zurück, diesesmal mit einem kleinen aber feinen Remixprojekt ihres letzten Albums/Mixtapes „Rennen Rap“. Neun Tracks desselben wurden u. a. von den Produzenten Kova, The Gunna, Heitech, AslanBeats, Noiscount und DJ Emilio mit neuen und durchweg freshen Beats versehen. Dazu haben es sich die Herren Schwarz und Stolz nicht auf der Bank bequem gemacht wie Robben, sondern zahlreiche Verses um- oder sogar neu geschrieben. Vor allem für Kenner des Vorgängeralbums ein saugroßer Spaßfaktor, die neuen Lines und Adlibs rauszuhören!

Der auf dem letzten Album noch eher smoothe Track „Antilovesong“ eröffnet das ganze als „Keine Liebe Remix“ und mutiert im neuem Beatgewand mit Bläser-Sample und schwerer Bassline zu einem Brett, auf dem der als Hook gecutete Jigga sicher auch gut gekommen wäre, so wie das Ding durch die Boxen pumpt. Das muss live her!

Das ganze funktioniert natürlich auch umgekehrt, wenn aus dem Stadionsound von „Niemals ein Rapper“ im Noiscount Remix ein düsteres, rumpelndes, gleichsam rap-mäßig  zurückgelehntes Statement an das ganze Business-Gequatsche im „Game“ wird. Vollgestopft mit Referenzen an diverse Deutschrap-Kollegen (und den VfB), die wohl in ihrer Gesamtheit nur Nerds wie ich und Konsorten verstehen und deshalb auch umso mehr feiern dürften. Allein schon der Beat-Switch bei Erwähnung von EinsZwo – geil!

Für  „Keine Zeit für Sorgen“ im Kova-Remix gilt ähnliches. Wurde auf dem Original noch über Nas` „Dance“-Beat relativ versöhnlich am Ende des Tages auf das Dasein zwischen Alltagstress und Rapper geblickt, so wird es hier psychedelischer, eher moll als Dur, so zurückgelehnt im Sessel in Denkerpose mit ´nem Whiskey und das Zimmer füllt sich mit Rauch.

Bevor ein solcher Moment jedoch Überhand nimmt, krempeln die Jungs die Ärmel hoch und gehen auf „Des is Punk“ in einer Weise nach vorne, die mich extrem an alte Jugendhaus-Sessions in der Kirchheimer Linde erinnert, wo nach massig Bierkonsum irgendwann zwischen HipHoppern und anderen Punk- und wasweißichfür anderen Bands  wild herumexperimentiert, improvisiert, gepogt und vor allem mächtig gefeiert wurde. Stagediiiiiive!

Und dann isser wieder da: Der Stadium Status. Der E-Gitarrensound. Und jetzt Schussgeräusche...perfekt! Das ist „Wie wir es machen“! Und sie machen es sehr gut und zerlegen diesen Aslan-Beat! Liebt es und Chyeesss! Garniert übrigens mit Scratches von DJ Skully, der wohl jedem Stuttgarter Clubgänger ein Begriff für geiles Scheibenreiten sein dürfte!

Und die Gästeliste wird noch massig erweitert: Auf „8mal8 Pt. 2“ finden sich SläX, Smoke T(üüüüü), TimXtreme, Opti Boom, Nomis und PhongBak in der Booth ein. Schwierig, die hochkarätigen Gäste aus Part 1 noch zu toppen, aber nicht unmöglich, wie vor allem Nomis und (!) TimXtreme dank gewitzter Punchlines und flowtechnischer Anlehnung an ihre Vorgänger zeigen. Possetrack, Rap über Rap, alles gute Jungs, macht Laune, Punkt.    

Eben einfach ein paar Freunde featuren. Wie damals die 5 Sterne. Deren Huldigung „In  the sky“ wurde zurück nach HamburgMamburg zu Heitech geschickt, um elektronischer verwobbelt zurückzukommen. Richtig geremixt im Sinne des Wortes hier mal! Bass aufdrehn!

Aber zurück nach STGT: zwei Stuttgarter HipHop-Generationen huldigen gemeinsam ihrer Stadt. „Den Namen nichtmal sagen“ (Mutterstadt Remix) von und mit DJ Emilio! Wer hätte das damals gedacht, als wir „Kopfnicker“ und „Esperanto“ gepumpt haben? Now here it is. Jawoll! Für mich allerdings nur fast so schön und atmosphärisch wie das Original. Liegt aber wohl auch an dem dazugehörigen Video mit vielen Homies, schönen Bildern und Erinnerungen.

Apropos Video: Auch zu dieser Platte ist eines gedreht worden, für das wir alle in die Hölle kommen (ihr wisst). Wie auf dem Song „Cdeees 2.0“ noch lyrisch, wurde hier das CD-Format ganz physisch zu Grabe getragen. Is ja auch „nur noch als Frisbee und Spiegel“ gut. Es ist überhaupt nicht bös´ gemeint. Ich hoffe ihr versteht. Jetzt auch auf diesem Youtube.

Schade dass auch ihr damit geht, Jungs! Bis zum nächsten Release. Freunde des gepflegten Deutschraps warten darauf! Und auf den nächsten Gig! Und wer hostet eigentlich das HipHopOpen?

Achja, eins noch: Herr Schwarz hat zu jedem(!) Track ein eigenes Cover entworfen. (Der kann das auch. Nicht nur dieser Casper.) Auch hier macht anschauen und Verweise raten Spaß! Wenn ihr euch die Platte for free downloaden wollt:

Fazit: Echt erkennt echt!


Text: MausDef

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