13.10.2012 Opti - Fragt mich doch nicht immer...


Label: Eigenvertrieb
http://www.optiboom.de
http://www.facebook.com/opti.boom

Sicherlich sind Titel und namensgebender Track dieser Platte dem Umstand geschuldet, dass Opti schon einige Jahre am Mic auf dem Buckel hat und nicht erst seit gestern rappt. Aber eben wohl auch seit glorreichen Zeiten als Mitglied von Snake7Miles und Popbizenemy gefragt wird, wann denn wieder was von ihm kommt. (Alle Undergroundrapper, die das kennen, heben jetzt die Hand.) Die Leute stellen sich das halt immer so einfach vor, wie in einem Album-Intro einfach mal zu flexen und Punch für Punch zu setzen („Was willst du noch machen“).

Ist ja auch „Traurig“, wie die Rapper da draußen ihren Wechselgeldhustle als Big Business verkaufen. Stattdessen studiert Opti lieber Maschinenbau bis zum Porsche, falls es nicht klappt mit Rap. Verständlich, berichtet er doch auch vom alltäglichen Struggle zwischen Studium und Studio, zwischen ganz normalem Scheiß und dem eigenen Selbstbewusstsein als Künstler. Da versinkt man schnell mal „Jeden Tag“ in „Lauter Gedanken“ und fragt sich, ob das alles überhaupt Sinn macht und wo die Zeit schon wieder geblieben ist.

Aber wenn es dir ähnlich geht wie Opti, dann mach dir „Kein Stress“ wie er und relax, denn es gibt keine schlechten Tage. Oder vielleicht doch? Bei allem Positiv-Denken ist man doch nicht vor einer Sache gefeit: den Frauen. Seinen Erfahrungen mit diesen, im Guten wie im Schlechten, widmet Opti dann auch gleich zwei Tracks, ex-girl to next girl, „Mein Mädchen“ zu „Neues Mädchen“. Tja, so is das, jeder hat halt mal den Blues und schaltet dann auch wieder gepflegt in den Player-Modus, wenn das richtige Mädchen daher kommt. Schließlich sucht jeder, wie in der Hook gecuttet, „Eine Liebe für Eva“.

Zuguterletzt blickt Opti sowohl nach vorne in „Weitblick“, als auch zurück im „Outro“. Schlussendlich klingen beide Tracks versöhnlich, denn der Junge hat es (mit allen im Outro genannten Mitstreitern) gemacht und der ständigen Fragerei und dem mentalen Stress ein Album entgegengesetzt, das ihn wieder positiv in die Zukunft blicken lässt. Dass es sich bei diesem Album mit gerade zehn Tracks nicht um das größtmögliche Ding handelt, weiß er auch selber, doch wie sagt er so schön: „Die Seele des Menschen liegt in einfachen Dingen“.

Mich erinnert Optis heisere, reimtechnisch gerne verschachtelte Art zu rappen ja irgendwie an diesen Lakman und deswegen hör´ ich den auch weiterhin gerne, selbst wenn die eine Hook oder andere Line mal nicht 100 prozentig im Takt sitzt. Die Beats von Tim sind durchweg sauber und ich denke mal selbst eingespielt, ja? Keine Samples oder wenige? Jedenfalls ist der Bass super, die Drums hätten etwas knackiger ausfallen können. Auch inhaltlich ist dieses Album nicht wirklich etwas Neues, aber solide Textarbeit. Es hagelt wie gewohnt Reimkaskaden, dass dem Hörer, aber auch Opti manchmal die Luft wegbleibt.

Fazit: Entspanntes Album von einem soliden Rapper für Hörer, die vor allem auf die Reime achten. Stellenweise etwas holprig, aber in der Unperfektheit liegt genau der Charme. 
 

Text: MausDef

2018 Hip Hop Stuttgart | Impressum | Datenschutzerklärung | Kontakt