14.10.2011 Random Axe - Schräglage Stuttgart

Was muss passieren, damit erwachsene Menschen wieder hippelig wie kleine Kinder werden? Richtig. Eine ordentliche Super-Group. Als im Juni dieses Jahres „Random Axe“ erschien, wurde jeder ernstzunehmende Rap-Hörer wieder zum pausbäckigen Rap-Fan. Dass der Besuch eines darauffolgenden Tourstopps in die Monatsabrechnung mit eingeplant werden musste, war deshalb auch vornherein klar.

Und so standen Black Milk, Sean Price und Guilty Simpson am 13.10. in der Stuttgarter Schräglage auf der Bühne, um den hiesigen Schwaben ein True-School-Fest zu bieten, an das sich nächste Woche wohl leider niemand mehr erinnern wird. In ihren stärkeren Momenten konnte man zwar drei großartigen Musikern beim toll sein zusehen. In ihren schwächeren waren aber leider die Random-Axe-New-Era-Caps, die sie ganz stolz zur Schau trugen, spannender.

Random Axe boten den circa 150 Gästen eine unspektakuläre Show, die irgendwie so war, wie man es erwartet hätte: Reminiszenz an J.Dilla samt euphorischen „J.Dilla changed my life“-Applaus. Ein Black Milk, der sich, wie es abzusehen war, erst nach einer halben Stunde – für ein paar Minuten Schein am Mikrofon – von seinen Geräten trennen konnte. Und eine Bandoptik, die an Tracey Jordan und seine Entourage erinnerte.

So richtig flächendeckend wollte die Stimmung nicht auf das Publikum überschwappen. „Boom Bye Yeah“ richtete das für einen Song, konnte die Laune der Crowd jedoch nicht dauerhaft kippen. Da nutzte es auch nichts, dass sich Sean Price als Mann des Volkes gab, schildertragende Fans auf die Bühne holte und auch sonst den Abteilungsleiter des Abends mimte. Guilty Simpson wusste nicht so recht, was er davon halten sollte und hielt sich sicherheitshalber erst mal nur an seinem weißen Handtuch fest.

Kurz vor zehn ging es los, kurz vor elf war es vorbei. Danach blieb ein flaues Gefühl im Magen zurück. Man hatte doch gerade eigentlich etwas ganz besonderes gesehen? So richtig dolle war das aber trotzdem nicht... wenn man mal ehrlich ist.

 

Bericht: Stefan Pan

 

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