26.09.2012 Afu-Ra - Corso Bar Stuttgart

You want some HipHop?

Mitnichten, würd ich mal sagen. Die Masse will heutzutage das, was sie kennt, wie es aussieht. Und Afu kennt man, der hatte schon vor Jahren seine (Underground-) Hits. Dementsprechend voll war die kleine Corso dann auch. Beste Voraussetzungen somit auch für die Vorgruppe Black`n`Proud, die an diesem Abend den Anheizer machen sollte. Mochte man zumindest meinen, denn die Jungs sind nach unzähligen Auftritten, diversen Featurepartnern und der Stuggi-Hymne „Den Namen nichtmal sagen“ als kleinem Sommerhit etc. etc. pp. sogar dem Schwabensturm 09 ein Begriff. (Und die Jungs hassen Rap!) Nur dem Publikum an diesem Abend wohl nicht. Gut der Sound war jetzt ned sooo während dem Gig...aber ey, wie Fard schon sagte, „zeigt etwas Respekt“, ihr Clubnasen!

Nach lautstarken „Afu-Ra! Afu-Ra!“-Rufen seitens des Publikums wurde dann eben das Mic gepassed. Wow, man weiß ja, dass manche Rapper auch ohne relevante Releases noch gehypet werden, aber der gute Ra war doch nun echt schon öfter in Stuttgart als deine Verwandten vom Dorf. Nun gut, wie es scheint, zu Recht, denn Fans waren zahlreich vertreten. Scheinbar wünscht sich so mancher statt freshen Newcomern eher die Good old Days zurück, aus denen Afu eben auch stammt. „Weißt du noch damals, im Zollamt?“ Hell yeah...

Veraltet kam er jedenfalls nicht rüber. Rastas ab, dafür nun mit Irokese und Sonnenbrille(!) und mächtig viel Motivation kam er so schnell an den Start, dass manch einer noch im Tanzmodus war, als es losging. Huch, geht ja schon los! Und dann klar, der Mann beherrscht sein Handwerk, trotz aller Unkenrufe meinerseits. Da werden natürlich jene Hits von „Body of the Lifeforce“ bis „State of the Arts“ ausgepackt, die nach jahrelanger Bühnenerfahrung die Menge in der Corso bis auf die Stripstangen steil gehen lassen: „Whirlwind thru cities“, „D&D Soundclash“, „Poisonous“, „God of Rap“ und natürlich „Defeat“. Auch „Why cry“ mit Gentleman ist in Stuggi natürlich ein Sureshot, selbst mit Halbplayback.

Aber nicht nur Oldies wurden geboten, auch ein „Body of the Lifeforce 2“ wurde angekündigt, auf dem unser aller Lieblings-Realkeeper-Beatproduzent-DJ Premier gleich mehrfach vertreten sein wird. Hörte sich gar nicht mal so schlecht an und ging auch unbekannterweise ziemlich ab! Doch auch ohne Beat wusste er mit acapella Flowabfahrt zu überzeugen. Nicht zuletzt wegen Afus Sympathiebekundungen wie „I lived in Germany for a while“ und „Schwobaländleee“, Props an unseren Stuttgarter Clubrocker DJ Cin für´s Beats auflegen und ein paar verschenkten Shirts forderte das Publikum denn auch die Zugabe, die es in Form von „Revolution“ dann auch bekam. Zum Schluss bedankte er sich höflich und war, glaube ich, auch noch beim Chillen an der Bar zu finden und zu sprechen.

Insgesamt also ein gelungenes Booking wieder mal, und da wird noch einiges auf euch zukommen Leute, believe it! Die leise Kritik meinerseits ist natürlich Geschmackssache, manche mögen´s halt 90er-Rap und Punkt. Ich persönlich würde aber genauso gerne mal die zahlreichen Newcats sehen und hören, die der alten Garde in nichts nachstehen. Und ich spreche nicht von Tyga, ihr Clubnasen!


Text: MausDef

 

2018 Hip Hop Stuttgart | Impressum | Datenschutzerklärung | Kontakt