30.07.2012 Video + Kurz-Interview: MC Robsen & Raze

Es gibt ein frisches Gesicht in der Stuttgarter Hip Hop Szene. Er ist 21 Jahre jung und hört auf den schnittigen Namen Raze. Raze wuchs zwar in der baden-württembergischen Landeshauptstadt auf, verbrachte jedoch einen Großteil seiner Jugend in Flensburg. Dort bezahlte er sein Lehrgeld und sammelte ordentlich Echtheitspunkte. Nun ist er wieder zurück und veröffentlichte vor ein paar Tagen zusammen mit MC Robsen einen Clip zum Song Bei Nacht.

hiphopstuttgart.de sagt: Herzlich willkommen im Kessel!

Wir haben Raze kontaktiert und ihm ein paar Fragen zum Video und seiner Person gestellt:

Hört man die Hookline von „Bei Nacht“, könnte man meinen, dass die Nacht für dich bzw. euch etwas sehr bedrohliches ist?!
Raze: Nachts haben wir am meisten erlebt! Ich persönlich bin sehr viel nachts unterwegs, da ich nachts viel Inspiration sammeln kann und von niemandem gestört werde. Allerdings muss ich wirklich sagen, dass Ich die schlimmsten Erlebnisse meines Lebens bei Nacht durchlebt hab. Und bedrohlich? Na ja, es kommt drauf an, wo man gerade ist.

Flensburg und Stuttgart sind zwei sehr unterschiedliche Städte. Was schätzt du an beiden besonders?
Raze: Flensburg hat einen ganz besonderen Flair! Nicht zu klein. Nicht zu groß. Wenn ich dort bin, fühle ich mich so, als wollte ich sofort wieder weg. Aber irgendwie kann ich's dann doch nicht. (lacht) Wer einmal in Flensburg war, wird das verstehen können. In Flensburg kannst du einfach alles treffen. Vom Obdachlosen mit Pitbull-Weibchen bis hin zum Millionär im 360 Spider. Leider hat Flensburg sehr viele Gegenden, die nicht so der Burner sind. Die Stadt ist geprägt von Arbeitslosigkeit, Alkohol- und Drogensucht.
Bei Stuttgart ist das eine ganz andere Sache. Stuttgart hat einfach den nötigen Charakter, den eine Stadt braucht, um sich in sie zu verlieben. Als ich damals hier weggezogen bin, hab ich immer daran gedacht wie schön es doch jetzt wäre durch den Schlosspark zu laufen oder am Neckar zu sitzen. Stuttgart hat so viele Facetten. Und das liebe ich an dieser Stadt. Ganz Max-Herre-Like: Stuttgart, meine erste Liebe!


Du bist noch relativ unbekannt in der Stuttgarter Szene. Mit welchen hiesigen Künstlern konntest du bereits Kontakte knüpfen?
Raze: Leider mit gar keinem! Da ich nicht wirklich der Fan von irgendwelchen Internet-Communities bin, ist es für mich schwer, Kontakte zu Musikern zu knüpfen. In Flensburg war es so, dass immer irgendwo eine Jam ging. Da hat man dann Künstler wie z.B. MC Robsen kennengelernt. Hier in Stuggi hab ich leider noch nie von einer Jam Wind bekommen. Durch meinen Beruf ist es ebenfalls schwer einfach mal eben in die City zu fahren und Ausschau nach MCs zu halten. (lacht) Woran auch immer man die erkennen mag.

Seit ein paar Monaten baust du selber Beats. Wie kommst du voran?
Raze: Das mit dem Beat bauen ist so eine Sache. Jeder andere Produzent der meine Sessions sehen würde, würde womöglich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Wenn ich Beats baue, sprudelt es einfach aus mir heraus. Und das spiegelt sich in den Beats auch wieder! Sie klingen manchmal futuristisch, manchmal düster, manchmal deep. Je nachdem wie meine Stimmung gerade ist. Im Moment baue Ich hauptsächlich für Künstler aus Flensburg und für meinen Kompagnon und sehr guten Freund KapoO aus Gütersloh. Unter anderem auch für meine EP an der ich zur Zeit – mehr oder minder – arbeite.


Interview & Text: Stefan Pan (Twitter: @likeitis93)

 

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